Heinz von Heiden-Vertriebschef fordert mehr Freiheit für private Bauherren

 

Matinee im Foyer der Region Hannover

Matinee im Foyer der Region Hannover

Hannover/Isernhagen – Am Sonntag, 08.12.2013 nahm der Heinz von Heiden-Vertriebschef Markus Irling auf Einladung der Region Hannover an einer Diskussion zum Thema „Albtraum Architektur – Wo endet der gute Geschmack?“ im Foyer des Hauses der Region teil. Gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern Lutz Schleich, Frank Hauke und Prof. Dr. Ulrich Krempel diskutierte Irling über das Spannungsfeld zwischen persönlichem Geschmack und öffentlicher Wahrnehmung beim Bau. Die rund 100 Besucher der Veranstaltung interessierten sich im Wesentlichen für den Neubau des Sprengel-Museums und andere öffentliche Gebäude, doch auch das private Bauen wurde von den Experten besprochen. An diesem Thema schieden sich eindeutig die Geister.

Lutz Schleich, Architekt und Stadtplaner, Vorstandsmitglied der Architektenkammer Niedersachsen, stellt fest, dass der Einfamilienhausneubau asozial sei. „Das würde bedeuten, dass rund 80 Prozent der Bundesbürger asozial denken und immerhin 100.000 Menschen pro Jahr asozial handeln“, entgegnete Markus Irling leicht ironisch, “ denn so viele wünschen sich ein Eigenheim und erfüllen sich und ihrer Familie Jahr für Jahr diesen Wunsch.“

 

11122013_Heinz von Heiden Matinee im Foyer

Auch Frank Hauke, Architekt und Stadtbaurat der Stadt Garbsen, offenbarte während der Diskussion seine persönliche Einstellung zum Thema Einfamilienhaus und Neubau. Zunächst meinte er, dass es bei der Architektur nicht um Schönheit oder persönliche Vorlieben gehe, sondern dass Vorgaben für Baupläne ausschließlich sachlichen Kriterien unterliegen. Doch dann gab der Stadtplaner unumwunden zu, Neubaugebiete für Eigenheime grundsätzlich abzulehnen und nannte diese „Wildschweinsiedlungen“. Bauherren in Neubaugebieten würden immer auf rosaroten Wolken schweben und Scheußlichkeiten bauen wollen. Solches müsste durch Bauvorschriften strikt reglementiert werden. „Das toskanische Landhaus passt hierzulande ebenso wenig in die Landschaft wie das Friesenhaus mit seinen Butzenscheiben. Außerdem weiß ein Bauherr doch auch gar nicht, wie viel Mühe es macht, Fenster mit Sprossen zu putzen“, meinte Hauke. „Ich selbst wohne übrigens in einer Siedlung aus den 50er Jahren“, fügte er hinzu. „Wenn Sie persönliche Probleme mit Neubausiedlungen haben, sollte Sie deren Planung und Begleitung vielleicht besser jemand anderem überlassen? Ihre persönlichen Ansichten dürfen meiner Meinung nach bei der Ausübung Ihrer Aufgabe keine Rolle spielen“, versetzte der Heinz von Heiden-Vertriebschef. Markus Irling ergänzte, dass bei Heinz von Heiden an rund 3.500 konkreten Bauprojekten pro Jahr und in weit über 70.000 konkreten Beratungsgesprächen alle Detailfragen rund ums Haus mit den Bauherren geklärt werden. „Wenn sich ein Kunde am Ende aber dennoch für die Sprossenfenster entscheidet, muss er die Freiheit haben, diese Entscheidung auch umzusetzen“, meinte er. Erst dort, wo eigene Interessen den direkten Nachbarn einschränken, dürfe eine Grenze gezogen werden. „Der private Bauherr möchte beim Bau seines Eigenheims seine Wünsche verwirklichen. Die meisten bauen nur einmal im Leben und wenn es ein Bungalow mit Flachdach oder gar ein Haus im Bauhaus-Stil sein soll, sollte man den Menschen bei der Verwirklichung persönlicher Wünsche auch einen gewissen Spielraum lassen“, sagte Markus Irling. „Sowohl Herr Schleich, als auch Herr Hauke haben mit Ihrer Einstellung offensichtlich nicht im Blick, dass die Bauherren von Eigenheimen zudem die Wohnungsnot in den Städten reduzieren. Denn wer sich für eine eigenes Haus entscheidet, verabschiedet sich aus dem Wettbewerb um eine Wohnung in der Stadt.“

Der Schlagabtausch zwischen den Herren auf dem Podium setzte sich auch im weiteren Verlauf der Diskussion fort, vor allem das Sprengel Museum und seine geplante Erweiterung wurden diskutiert. Der Direktor der Museums, Prof. Dr. Ulrich Krempel, appellierte zum Ende der Matinee jedoch an alle Anwesenden, in architektonischen Fragen mutiger zu sein: „Lassen Sie uns doch etwas machen, das in 200 Jahre noch Staunen hervorbringt.“ Ein Ausspruch, den Markus Irling gerne gelten ließ. Nicht nur das öffentliche, sondern gerade das private Bauen verlange Innovation und Fortschritt, um künftigen Generationen guten Wohnraum zu bieten.